Etwa 90 große und kleine Besucherinnen und Besucher fanden sich am 18. Juli zu einer ganz besonderen Führung am Brandsteig ein.

Auf dieser Passhöhe bei Rötenberg an der Kinzigtalstraße befindet sich eine bedeutende römerzeitliche und vorgeschichtliche Fundstelle. In römischer Zeit befand sich hier nicht nur ein Straßendorf mit einer Raststation, sondern auch ein ausgedehnter Tempelbezirk mit mehreren gallorömischen Umgangstempeln. Heute ist davon wenig zu sehen, aber Christoph Wulfmeier vom Landesamt für Denkmalpflege erzählte lebendig über die Strapazen und Gefahren einer Reise, antike Götter und den Alltag vor 2000 Jahren. Das Publikum staunte nicht schlecht, als plötzlich der römische Zenturio Antonius Silo, der hier einen Votivstein für die Schwarzwaldgöttin Abnoba aufgestellt hatte, in Begleitung seiner Lebensgefährtin auftauchte und seine Geschichte erzählte. Bereitwillig beantworteten die beiden, im zivilen Leben Alexander und Moni Zimmermann von der Legio VIII Augusta, die vielen Fragen, die an sie gerichtet wurden. Während der Zenturio seine Ausrüstung und Bewaffnung erklärte, gab seine Partnerin Auskunft zu Bekleidung, Frisuren, Schmuck und modischen Accessoires.